Langsam tut sich was – Erfa – Führung – Buch

Liebe Kund*innen, liebe Interessierte an einer zeitgemäßen Prüfkultur,

wir wünschen Ihnen und Euch für das Jahr 2019 inspirierende und anregende Möglichkeiten sowie Kraft und Mut zum Umsetzen.

In unserem Neujahrs-Newsletter möchten wir Sie über folgende Themen informieren:

  1. Langsam tut sich was! Erfahrungsaustausch über den Umgang mit der AZAV
  2. Hinweis für unser AZAV-Kunden in Sachen AVGS Maßnahmen bei einem Träger
  3. Interna 1: Heike Jäger wird Auditorin bei der SocialCert-GmbH für AZAV u. Maßnahmen
  4. Interna 2: Professur für Dr. Stefan Ackermann an der HKS Ottersberg
  5. Nächste Schritte zur Auditor*innenausbildung ab Herbst 2019
  6. Ein neu erschienenes Buch zur zeitgemäßen Prüfkultur – von Holger Grebe

AN ALLE TRÄGER VON WEITERBILDUNGSMASSNAHMEN

Erfreulicherweise nimmt der jährlich stattfindende Erfahrungsaustausch der Fachkundigen Stellen langsam die Rolle ein, um die er sich seit 2013 nach §6 (1) AZAV bemüht: „Die Akkreditierungsstelle, die fachkundigen Stellen und die Bundesagentur für Arbeit arbeiten in allen Fragen der Zulassung von Trägern und Maßnahmen vertrauensvoll zusammen“. Inzwischen werden hier Unstimmigkeiten oder systemisch angelegte Muster offen benannt.
Ein Beispiel: Um nicht vor der Systemlogik zu kapitulieren, appellierten die Verantwortlichen aus der Bundesagentur nun tatsächlich an den Mut der Träger:

„Bitte hört im Fachbereich 4 Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW) auf, von oben nach unten zu rechnen.“ Jeder kennt das Spiel. Übersteigt die Maßnahme den Bundesdurchschnittskostensatz (BDKS) für die Teilnehmerstunde, wird diese „in Halle“ extra geprüft. Deshalb haben bisher fast alle Träger ihr Maßnahme knapp unter den BDKS „gerechnet“, d.h. über 90% der zugelassenen Maßnahmen befinden sich knapp unter dem BDKS. Deshalb sinkt der BDKS im FbW seit Jahren langsam.

Deshalb unser Aufruf an alle Träger: Bitte entwickeln Sie ein überzeugendes und tragfähiges Konzept, kalkuliert die Kosten wirtschaftlich und sparsam und rechnet von unten nach oben. Wenn der BDKS überschritten wird, dann die Maßnahme in Halle vorlegen! Überzeugt das Konzept, sollten nun vermehrt Maßnahmen zugelassen werden, die Kosten über BDKS erfordern. Falls das nicht auf Anhieb klappt, sollten die Träger auch den Klageweg nicht scheuen. So auch die offizielle Ermutigung von Seiten der DAKKS (Deutsche Akkreditierungsstelle)

Erfreulich: Das Muster wurde öffentlich erkannt und benannt. Unerfreulich: Noch sind wir in der Zerlegungslogik einfacher mechanistischer Paradigmen gefangen (Komplexitätsdimension K1). Aber wenn keiner handelt, dann bleibt der Verantwortungsverschiebebahnhof bestehen!

Also Träger, handelt! Und falls Sie spannende Konzepte für zeitgemäße Weiterbildungsmaßnahmen aufsetzen – wir unterstützen Sie! Jedoch: Planen Sie viel Zeit ein, denn es sind sicher monatelange Wartezeiten beim Zulassen einer Maßnahme in Kauf zu nehmen.

  1. FÜR UNSERE AZAV KUNDEN

Wichtiger Hinweis für AZAV-zugelassene Träger im Fachbereich 1: AVGS-MAT im Rahmen der §§ 16e und 16i SGB II können nur im Vorfeld einer Beschäftigungsaufnahme eingesetzt werden, da die beschäftigungsbegleitende Betreuung nach den §§ 16e und §16i SGB II in der Vorschrift selbst vorgesehen ist. Die Betreuung kann dabei durch Personal der Jobcenter oder durch eine Beauftragung Dritter im Rahmen der Vergabe durchgeführt werden. Für die beschäftigungsbegleitende Betreuung nach §§ 16e bzw. 16i SGB II ist weder eine Zulassung des Trägers noch der Maßnahme erforderlich.

  1. INTERNA: HEIKE JÄGER ALS NEUE AUDITORIN

Eine neue Auditorin bei der SocialCert-GmbH für AZAV und Maßnahmen ist Heike Jäger. Sie ist seit mehr als 20 Jahren als QM-Beauftragte in verschiedenen sozialen Einrichtungen tätig. Frau Jäger hat in dieser Tätigkeit erfahren, wie schwer es ist, QM-Systeme einzuführen, zu leben und weiterzuentwickeln. Für sie ist es sehr wichtig Qualitätsstandards vorzuhalten, diese aber nicht starr zu erhalten, sondern als Unterstützung für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den sozialen Einrichtungen einzubinden. Denn nur ein gelebtes, auf Beziehungen ausgerichtetes Qualitätsmanagement wird von allen Beteiligten angenommen und umgesetzt.  Mehr dazu unter https://socialcert-gmbh.de/unternehmen/auditoren/

Wir freuen uns über diese hoch qualifizierte Verstärkung.

  1. INTERNA: DR. STEFAN ACKERMANN WIDMET SICH VERSTÄRKT DEM THEMA FÜHRUNG

Unser geschäftsführender Gesellschafter Dr. Stefan Ackermann wurde auf eine Professur für „artful leadership“ an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg berufen. Er wird diesen berufsbegleitenden Masterstudiengang an der Hochschule in Ottersberg ab September 2019 aufbauen und begleiten. Mehr dazu unter: https://www.hks-ottersberg.de/studium/artful-leadership/index.php

Wer nicht gleich einen Masterstudiengang belegen möchte, sich aber dennoch in Sachen Führung qualifizieren möchte, kann dies an dem parallel an der Hochschule entstehenden An-Institut, ebenfalls unter Mitarbeit von Dr. Stefan Ackermann.

  1. WIR BRAUCHEN MEHR AUDITOREN UND AUDITORINNEN!

Im Herbst dieses Jahres starten wir eine neue Auditor*innenausbildung. Je nachdem aus welchem Fachgebiet Sie kommen bietet Ihnen diese Ausbildung die Möglichkeit bei SocialCert als Auditorin zu beginnen. Die Ausbildung ist berufsbegleitend und findet voraussichtlich in 3-4 intensiven Blockveranstaltungen in verschiedenen Regionen Deutschlands statt. Die genaue Zeitplanung kann erst im März 2019 festgelegt werden. Dennoch bitten wir Sie bei Interesse uns dies rechtzeitig mitzuteilen. Wir freuen uns auf Sie!

  1. FÜR EINE NEUE KULTUR DES PRÜFENS!

Am 24.11.2018 überraschte Holger Grebe, der in den Jahren 2013/14 die AuditorInnenausbildung bei SocialCert absolviert hat, mit seinem zweiten Buch. Es hat den Titel „So lass ich mich nicht prüfen – Plädoyer für eine Verwandlung des bewertenden Blicks.“ In diesem Buch hat ein großartiger Essayist mit feinem Humor, großer Klarheit, tiefer Weisheit und mit einem ehrlichen Anliegen das Feld des Prüfens lustvoll und gewissenhaft aufgerollt. Seines Zeichens seit mehreren Jahrzehnten unterwegs im „Rotstiftmilieu“, als Abitur-Abnahme-berechtigter Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Freien Waldorfschule Balingen, führt er uns unterhaltsam durch die Höhen und Tiefen der Kulturgeschichte des Prüfens. Sein Bruder Klaus-Martin hat hierfür ansprechende Karikaturen gezeichnet.

Diese Publikation freut uns besonders, da ihr Titel auf einen ersten Aufschlag aus dem Sommer 2014 hinweist. Damals veröffentlichten Dr. Stefan Ackermann & Dr. Marietta Schürholzen 15 Textdokumente zur Prüfkultur in den unterschiedlichen Komplexitätsdimensionen K1-K4. Sie finden sie auf der Website www.so-lass-ich-mich-nicht-pruefen.de. Und jetzt gibt es dieses großartige Buch eines Mitinspirierten für nur 17,-€ unter: https://www.forschung-waldorf.de/publikationen/detail/so-lass-ich-mich-nicht-pruefen/

Wir danken Holger Grebe für diese herzerfrischende Geburtstagsüberraschung, denn zeitgleich mit seiner ersten öffentlichen Vorstellung vor über 100 Anwesenden wurde am Ende letzten Jahres die SocialCert GmbH volljährig.

In diesem Sinne möchten wir uns bei Euch für Euer Mit-Sein im Feld einer menschengemäßen Prüfkultur von Herzen bedanken, und Ihnen und Euch neben einem besinnlich erfreulichen Leseerlebnis eine gelingenden Start in dieses Jahr wünschen.

Stefan Ackermann und Christian Lucke und alle MitarbeiterInnen

SocialCert GmbH